Selbst denken
Die Schülerinnen und Schüler prüfen Vorstellungen, entwickeln eigene Gedanken und setzen sich kritisch mit unterschiedlichen Positionen auseinander.
FACHSCHAFT
Selbst denken, verstehen und kritisch reflektieren
„Ich denke, also bin ich.“
Praktische Philosophie ist ein besonderes Fach. Im Mittelpunkt stehen die Auseinandersetzung mit dem eigenen Verstand, den eigenen Gefühlen sowie mit Werten und Normen. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln dabei wichtige Kompetenzen, die sie auch in anderen Fächern benötigen und die sie auf die Zentralen Abschlussprüfungen vorbereiten.
Die Schülerinnen und Schüler prüfen Vorstellungen, entwickeln eigene Gedanken und setzen sich kritisch mit unterschiedlichen Positionen auseinander.
Eigene Gefühle und die Empfindungen anderer Menschen werden wahrgenommen, beschrieben und in philosophische Überlegungen einbezogen.
Werte und Normen werden untersucht und als Grundlage für ethische Entscheidungen und verantwortungsvolles Handeln betrachtet.
Im respektvollen Gespräch ringen die Lernenden gemeinsam um Argumente, betrachten unterschiedliche Perspektiven und begründen ihre Standpunkte.
AUFKLÄRUNG & MÜNDIGKEIT
Im Sinne Immanuel Kants schult der Unterricht den Verstand und die Kritikfähigkeit. Ziel ist der mündige Mensch, der der Welt selbst denkend, verstehend und kritisch reflektierend begegnet und in ihr verantwortungsvoll handelt.
ERKENNTNIS
ZUSAMMENLEBEN
ETHIK
VERANTWORTUNG
Philosophische Überlegungen können bei alltäglichen Entscheidungen helfen. Das gilt besonders für Dilemmata: schwierige Situationen, in denen jede mögliche Entscheidung sowohl positive als auch negative Folgen haben kann.
Ein Beispiel bietet der Philosoph Jeremy Bentham mit dem Handlungsgrundsatz „Mehr Glück als Leid“. Danach wäre eine Entscheidung zu bevorzugen, durch die insgesamt mehr Menschen Glück als Leid erfahren. Doch auch diese Position wirft neue Fragen auf: Was bedeutet Glück? Können Glück und Leid überhaupt gegeneinander aufgewogen werden? Solche Fragen werden im Unterricht gemeinsam diskutiert und aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet.
Praktische Philosophie bietet unterschiedliche Zugänge zu philosophischen Fragen. Die Schülerinnen und Schüler denken gemeinsam nach, entwickeln Argumente und präsentieren ihre Erkenntnisse in verschiedenen Formen.
Philosophische Fragen werden in der Klasse, in kleinen Gruppen oder zu zweit im Dialog besprochen.
Szenische Darstellungen, Standbilder und altersgerechte spielerische Ansätze machen unterschiedliche Situationen und Perspektiven sichtbar.
Gruppenarbeit, Partnerarbeit und Einzelarbeitsphasen ermöglichen unterschiedliche Formen der Auseinandersetzung.
Die Schülerinnen und Schüler erstellen Präsentationen und setzen philosophische Themen auch in eigenen Podcasts um.
Eigene Ideen, Vorstellungen und Erkenntnisse müssen immer wieder geprüft werden. Gleichberechtigung, Wertschätzung, Respekt und Toleranz prägen deshalb den Unterricht. Sie bilden die Grundlage demokratischen Handelns und eines unvoreingenommenen Denkens.
„Ich denke, also bin ich.“ – René Descartes, Abhandlung über die Methode, seine Vernunft gut zu gebrauchen und die Wahrheit in den Wissenschaften zu suchen (1637).
„Wage es zu wissen!“ – Immanuel Kant, Was ist Aufklärung? (1784).
„Ich weiß, dass ich nicht weiß.“ – Sokrates, überliefert in Platons Apologie des Sokrates und Menon (4. Jahrhundert v. Chr.).
Quelle: Philosophie Magazin, „10 bekannte Zitate – kurz erklärt“, abgerufen am 8. März 2026.