FACHSCHAFT

Praktische Philosophie

Selbst denken, verstehen und kritisch reflektieren

„Ich denke, also bin ich.“

Den eigenen Verstand gebrauchen

Praktische Philosophie ist ein besonderes Fach. Im Mittelpunkt stehen die Auseinandersetzung mit dem eigenen Verstand, den eigenen Gefühlen sowie mit Werten und Normen. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln dabei wichtige Kompetenzen, die sie auch in anderen Fächern benötigen und die sie auf die Zentralen Abschlussprüfungen vorbereiten.

Selbst denken

Die Schülerinnen und Schüler prüfen Vorstellungen, entwickeln eigene Gedanken und setzen sich kritisch mit unterschiedlichen Positionen auseinander.

Gefühle verstehen

Eigene Gefühle und die Empfindungen anderer Menschen werden wahrgenommen, beschrieben und in philosophische Überlegungen einbezogen.

Werte hinterfragen

Werte und Normen werden untersucht und als Grundlage für ethische Entscheidungen und verantwortungsvolles Handeln betrachtet.

Argumente austauschen

Im respektvollen Gespräch ringen die Lernenden gemeinsam um Argumente, betrachten unterschiedliche Perspektiven und begründen ihre Standpunkte.

AUFKLÄRUNG & MÜNDIGKEIT

„Wage es zu wissen!“

Im Sinne Immanuel Kants schult der Unterricht den Verstand und die Kritikfähigkeit. Ziel ist der mündige Mensch, der der Welt selbst denkend, verstehend und kritisch reflektierend begegnet und in ihr verantwortungsvoll handelt.

Zentrale Themen der Praktischen Philosophie

ERKENNTNIS

Wahrheit und Wirklichkeit

  • Wahrheit hinterfragen
  • Wirklichkeit wahrnehmen
  • Eigene Erkenntnisse prüfen
  • Philosophische Positionen verstehen
  • Kritisch über Wissen nachdenken

ZUSAMMENLEBEN

Freundschaft und Gesellschaft

  • Freundschaft und Beziehungen
  • Gemeinschaft und Gesellschaft
  • Rollenbilder in unserer Gesellschaft
  • Interkulturelle Perspektiven
  • Eigene Erfahrungen reflektieren

ETHIK

Gut handeln und entscheiden

  • Gerechtigkeit
  • Gut und Böse
  • Gewissen
  • Werte und Normen
  • Schwierige Entscheidungen und Dilemmata

VERANTWORTUNG

Umwelt, Natur und Technik

  • Verantwortung für die Umwelt
  • Der Umgang mit der Natur
  • Chancen und Folgen von Technik
  • Unterschiedliche Positionen untersuchen
  • Bedeutung für das eigene Leben erkennen

Entscheidungen philosophisch untersuchen

Philosophische Überlegungen können bei alltäglichen Entscheidungen helfen. Das gilt besonders für Dilemmata: schwierige Situationen, in denen jede mögliche Entscheidung sowohl positive als auch negative Folgen haben kann.

Ein Beispiel bietet der Philosoph Jeremy Bentham mit dem Handlungsgrundsatz „Mehr Glück als Leid“. Danach wäre eine Entscheidung zu bevorzugen, durch die insgesamt mehr Menschen Glück als Leid erfahren. Doch auch diese Position wirft neue Fragen auf: Was bedeutet Glück? Können Glück und Leid überhaupt gegeneinander aufgewogen werden? Solche Fragen werden im Unterricht gemeinsam diskutiert und aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet.

Vielfältig denken und arbeiten

Praktische Philosophie bietet unterschiedliche Zugänge zu philosophischen Fragen. Die Schülerinnen und Schüler denken gemeinsam nach, entwickeln Argumente und präsentieren ihre Erkenntnisse in verschiedenen Formen.

Gespräche und Diskussionen

Philosophische Fragen werden in der Klasse, in kleinen Gruppen oder zu zweit im Dialog besprochen.

Szenisches Arbeiten

Szenische Darstellungen, Standbilder und altersgerechte spielerische Ansätze machen unterschiedliche Situationen und Perspektiven sichtbar.

Gemeinsam erarbeiten

Gruppenarbeit, Partnerarbeit und Einzelarbeitsphasen ermöglichen unterschiedliche Formen der Auseinandersetzung.

Ergebnisse präsentieren

Die Schülerinnen und Schüler erstellen Präsentationen und setzen philosophische Themen auch in eigenen Podcasts um.

„Ich weiß, dass ich nicht weiß.“

Eigene Ideen, Vorstellungen und Erkenntnisse müssen immer wieder geprüft werden. Gleichberechtigung, Wertschätzung, Respekt und Toleranz prägen deshalb den Unterricht. Sie bilden die Grundlage demokratischen Handelns und eines unvoreingenommenen Denkens.

„Ich denke, also bin ich.“ – René Descartes, Abhandlung über die Methode, seine Vernunft gut zu gebrauchen und die Wahrheit in den Wissenschaften zu suchen (1637).
„Wage es zu wissen!“ – Immanuel Kant, Was ist Aufklärung? (1784).
„Ich weiß, dass ich nicht weiß.“ – Sokrates, überliefert in Platons Apologie des Sokrates und Menon (4. Jahrhundert v. Chr.).
Quelle: Philosophie Magazin, „10 bekannte Zitate – kurz erklärt“, abgerufen am 8. März 2026.